Svea Lundberg & Uriel = Dämonen unter sich

Normalerweise heißt es Autor VS Prota, doch als ich beschlossen habe, Svea Lundberg, die Autorin von "Inbetween - Zwischen Fallen und Fliegen" mit dem Erzengel Uriel aus "17 Sünden" allein zu lassen, konnte ich nicht ahnen, welche dämonischen Abgründe sich da auftun würden!

 

Name: Gleich so eine schwierige Frage zu Beginn ... lach Im Allgemeinen höre ich auf Julia (Fränkle), Svea (Lundberg), PinkPuma und July, aber NIEMALS aus Julchen!

Spezies, Geschlecht und Alter: Elfe im falschen Körper ... hmpf ... ja, okay, Mensch. Überwiegend weiblich. Ende zwanzig.

Bevorzugte Genre/Themen beim Schreiben: Bei Themen bin ich flexibel, im Grunde kann man mir jedes Thema schmackhaft machen. Ich verpacke die Themen allerdings am liebsten in (High) Fantasy oder Contemporary mit viel Drama und gerne mit Tiefgang.

Sonstige (berufliche) Tätigkeiten: Autorin, Lektorin, Teilzeit im Einzelhandel ... reicht doch, oder?

Interessen und Vorlieben: (Fast) alles, was mit Literatur und Sprache zu tun hat (warum sonst sollte man sowas studiert haben?), Sport, Yoga, Zeit mit meinen Lieben verbringen, Pferde & Hunde, Maracujasaft, Tee (vor allem Ingwer), Käse, Erdnüsse, Eulen (sind die nicht süß?)

Abneigungen: Kaffee, Rosenkohl, klebrige Bonbons, Intoleranz, Tierquälerei, Mauerblümchen-vs-Millionär-Lovestories, schlecht (oder gar nicht) recherchierte Bücher, große fette Spinnen

Letztes Buch: „Inbetween - Zwischen Fallen und Fliegen“ (dead soft verlag, März 2018), der direkte Nachfolger zu „Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell“, eines meiner liebsten Bücher, weil Alexej und Jerik einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben

 

Lina: Ich kann leider nicht warten, bis dein Interviewer kommt, weil voll das wichtige Zeug und so und überhaupt... und Welt retten... Tschüss! (sich aus dem Staub macht)

auflodernde Flammen erscheinen

Uriel: Lina? Keine Lina, aber ein Notizzettel mit Auftrag... Typisch feige Menschen! Du musst dann meine Gesellschaft für den heutigen Abend sein

Svea: fechelt sich Luft zu Ganz schön heiß hier drin ... Deine Gesellschaft für den Abend? Das kriege ich hin.

U: Wundervoll! (beugt sich zum Fußboden und hebt was auf) ui, sind das deine Nippelklemmen, oder hab ich sie gerade verloren?

S: Also meine sind es nicht, aber ... dreht sich suchend um ... es wäre gut möglich, dass mir ein gewisser Tänzer die Dinger in die Tasche gesteckt hat. Na, egal ... willst du sie haben?

U: wenn ich den Tänzer dazu haben kann, gerne

S: Oh ich schätze, da hat sein Freund was dagegen, wobei ... ein Dreier mit beiden wäre möglicherweise eine Option ;-)

U: dann nehme ich sie gerne auch im Set, ich gebe dir später die Adresse von meinem Kerker. Schön, dass wir so schnell ins Geschäft gekommen sind. Aber fangen wir mit dem Namen an... Julchen, richtig? Ich bin Erzengel Uriel.

S: Immer wieder schön, mit Engeln Geschäfte zu machen. lehnt sich genüsslich in ihrem Stuhl zurück Schätzchen, ich weiß, wer du bist. Ich wusste, dass du heute zu mir kommen würdest. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich das gut finde oder nicht. seufzt Eines noch: Du darfst mich allerlei nennen, aber muss es Julchen sein?

U: Steht auf dem Zettel, aber wenn du es nicht magst, kannst du dir selbst einen schmutzigen Kosenamen aussuchen (zwinkert). Ich schätze, meine Beschwörung war der Grund für Linas verschwinden, aber ich würde sagen, das war ein lukrativer Tausch.

S: Ehrlich gesagt hab ich's nicht so mit Kosenamen. Einfach Julia oder Svea. Und tja ... ich mag Lina wirklich gerne, aber ... joa, ist schon nicht so verkehrt, wie es jetzt ist.

U: ich bin definitiv schöner anzusehen (grinst breit) Wie mir zugetragen wurde, bist du Autorin, Lektorin und im Einzelhandel. Und ich dachte, ich wäre vielbeschäftigt. Bleibt da überhaupt noch Zeit für ein nennenswertes Privatleben... Menschen fangen ja meist gerne Krieg an, wenn sie zu schwer beschäftigt sind, um sich mal auf allen Vieren zu entspannen.

S: Zeit ist tatsächlich so eine Sache, aber keine Sorge, Privates gibt's genug ... senkt verschwörerisch die Stimme ... ich hab nen Mann in Uniform zuhause. Und Krieg führe ich lediglich in meinen Büchern.

U: hmmm... geht nichts über einen Mann, der mit harten Waffen umgehen kann... besonders auf dem Schlachtfeld, wenn die Luft nach Eisen und Pulver riecht... ähm wo war ich gerade? Krieg?

S: Meine Rede ... Mhm ... Krieg, Männer, Arbeit ... such dir was aus.

U: Und was für Themen tauchen in deinen Büchern noch auf, neben Tänzern und Kriegern?

S: Oh ich schaue gerne ein wenig in die Abgründe der menschlichen Seele hinein. Drogensucht, psychische Erkrankungen und sowas, aber letztlich versuche ich einfach, in vermeintlich alltäglichen Geschichten das Besondere zu finden. Egal ob Tänzer, Polizisten, Studenten, Friseure ... jeder hat doch eine Geschichte zu erzählen und ich mag die Geschichten besonders, wenn sie dramatisch und bittersüß sind.

U: Und wie tief, dramatisch und bitter darf es werden? (lässt seine Augen aufflammen)

S: Bislang waren all meine Veröffentlichungen noch in einem gut erträglichen Bereich, würde ich meinen, aber es geht noch viiieeel tiefer und bitterer. Und ja, das ist ein Versprechen.

U: also brauchst du zum Schluss keinen Himmel voller Geigen? Was im Übrigen ein Gerücht ist. Bei uns geht es zu wie auf einem Hauptbahnhof.

S: Bloß nicht! Natürlich mag ich Happy Ends, aber nur ohne Zuckerguss. Letztlich sind es aber meist die bittersüßen Enden und Geschichten, die mir lange in Erinnerung bleiben.

U: Ein wenig masochistisch oder doch eher sadistisch? (zwinkert)

S: Eine gesunde Mischung aus beidem?

U: Und offensichtlich eine, die nie still sitzen kann. Bei deinen Interessen steht Sprachen, Sport, Yoga, Pferde, Hund... Also lass mich zusammenfassen: eine geschickte Zunge, stramme Schenkel, fähig zu Verrenkungen, kann mit Peitsche und Leine umgehen... Wenn du ein Mann wärst, würde das Interview jetzt anders weitergehen (lacht)

S: ... dieser Moment, wenn du dir wünschst, ein Mann zu sein ... grinst Aber da das mit uns beiden leider nichts wird, müssen wir es wohl beim Reden belassen.

U: dann verrate mir, woher die ganze Energie kommt. Scheint, als würdest du es weder in der Freizeit, noch in deinen Geschichten saft und zärtlich angehen, was im Übrigen kein Vorwurf ist. Wenn mein Mann mit Kuscheln nervt, zünde ich ihn immer an.

S: Oooch ich kann auch kuschelig. Tatsächlich kommt meine Energie wohl genau daher: entspannte Stunden mit Mann und Hund - auch wenn sie selten sind. Und Sport ist auch ein sehr guter Ausgleich und Energielieferant. Du weißt ja: Richtig gemacht hast du's erst, wenn's weh tut.

U: geht es etwa auch ohne Schmerz? (lacht) wie es scheint haben wir viel geimeinsam, du magst zum Beispiel auch keine Millionär-Mauerblümchen-Geschichten. Verstehe ich gut. Diese Mauerblümchen schauen immer gleich so entsetzt, wenn man die Eisenketten auspackt (augenroll). Was für Männer kommen bei dir sonst noch nicht zum Zug... In deinen Büchern natürlich...

S: Männer (und Frauen) ohne eigene Meinung bzw. ohne den Mut, diese zu sagen und solche, die nur darauf warten, den Richtigen (oder die Richtige) zu finden, um dann das ganze eigene Leben für diese Person aufzugeben.

U: Schrecklich! Ich mache schon mal ein Feuer, kannst gleich reinschubsen. Wenn mein Mann mir nie widersprechen würde, dürfte ich ihn gar nicht anzünden, da wäre aber die Luft aus unserer Beziehung raus. Was würdest du noch niemals schreiben wollen?

S: Streit belebt die Liebe lacht Hmm ... prinzipiell habe ich keine richtigen Tabuthemen. Es kommt schließlich immer auf das WIE der Umsetzung an.

U: wahres Wort! Mit genug Öl, geht auch ein Schürhaken... ähm (räusper) Um was ging es in deinem letzten Buch?

S: grinst Damit wären wir wieder bei dem Tänzer. Mein zuletzt erschienener Roman "Inbetween - Zwischen Fallen und Fliegen" ist die direkte Fortsetzung zu "Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell". Eine Geschichte rund um Drogensucht und Prostitution. Und um das schwierige Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Misstrauen, sowie Hingabe und Selbstaufgabe.

U: Prostitution... Ja, da habe ich auch schon einige Kriegsverhandlungen auf dem Rücken ausgehandelt. (hust) Keine leichte Kost. Hast du da bestimmte Qullen?

S: Ein guter Autor verrät niemals seine Quellen. Nein, ernsthaft, mir ist Recherche sehr wichtig. Mit einem Polizisten als Mann und einer Psychologin als beste Freundin sitze ich da schon ganz gut an der Quelle. Aber ich versuche auch immer, mit "Betroffenen" (ich mag das Wort nicht) ins Gespräch zu kommen. Online-Foren können da sehr nützlich sein.

U: da bist du ja bestens versorgt. Melde dich ruhig mal, wenn du mal ein Brandopfer sprechen möchtest. Ich kann gerne meinen Mann für dich anzünden. Und was reizt dich noch? Was möchtest du noch an Abgründen mit uns teilen? Oder nur mit mir? (zwinkert)

S: Püüüh so Vieles ... es gibt so viele Geschichten, die noch erzählt werden wollen. Okay, aber um mal ein paar Stichworte zu nennen: Posttraumatische Bealstungsstörung, Borderline, Zwangsstörungen ... Aaah ich brauch mehr Zeit! zückt das Notizbuch Irgendetwas, das du mir gerne anvertrauen würdest? Etwas Tiefes ... Düsteres...?

U: Ich habe die Woche zwei Mörder in die Hölle geschleift, fünf Dämonen eingefangen und mich von meinem Mann beim Vorspiel erhängen lassen... Und trotzdem glaube ich, dass nicht ich gerade die Person mit den düstersten Gedanken und Sehnsüchten in diesem Raum bin.

S: Klingt spannend kritzelt eifrig in ihr Notizbuch aber hey, all meine Interessen und Sehnsüchte sind schriftstellerischer Natur

U: (hebt die Augenbraue) sicher... lass mich kurz telefonieren (zückt ein Hanydy) Ja, ich bins... Überprüft mal bitte Julia Fränkle alias Svea Lundberg auf dämonische Wurzeln... Ich hab da so einen Verdacht...

S: pfeift selig vor sich hin

U: ich werde dich wohl zukünftig im Auge behalten müssen

S: Hab ich nichts dagegen, wenn ich im Gegenzug auch mal einen Blick riskieren darf.

U: ja, eindeutig dämonisch...

S: oh da fällt mir ein ... ein Dämon mit posttraumatischer Belastungsstörung ... hmm ... kritzelt weiter im Notizbuch

U: hmmm... keine schlechte Idee, ich kann gerne meinen Mann für dich in den Wahnsinn treiben, dann haben wir beide unseren Spaß bei diesem Experiment (nachdenklich) ich sollte gleich mit dem Foltern beginnen

S: richtet sich kerzengerade auf ihrem Stuhl auf Deal? Ich bekomme deinen Mann, nachdem du ihn um den Verstand gef... gebracht hast und du hast dabei deinen Spaß mit ihm und bekommst am Ende zur Belohung noch den Tänzer.

 

U: (grübelt kurz) einverstanden! Für paar Jahrhunderte kann ich auf ihn verzichten. Es ist wirklich eine Freude, Geschäfte mit dir zu machen. Ich werde mich dann gleich auf den Weg machen. Es war wirklich ein herrliches Vergnügen dich kennenzulernen. Wenn du mal etwas Feuer brauchst, einfach eine Kerze reiben, dann komme ich gerne vorbei.

S: Die Freude war ganz meinerseits, Uriel. Grüß deinen Liebsten von mir und nur keine Gnade. Ich brauche ihn richtig kaputt. So und ich mime jetzt mal die gute Ehefrau und stelle mich an den Herd. Oh und ich muss ja noch Jerik beibringen, dass er seinen Alexej beizeiten an dich abtreten muss. Das wird nicht leicht, aber für eine gute Story ...

U: (zwinkert und löst sich in flammen auf)

Lina: hey, was soll das Feuer hier? gabs ein Grillfest?

S: So kann man's auch sagen. Das Interview mit deinem Erzengel hat sich jedenfalls als gleichsam hitzig wie lukrativ erwiesen.

Lina: hitzig und lukrativ? Ich wills vermutlich gar nicht wissen, dann muss ich vor Gericht nichts leugnen

S: Ich werde nichts sagen. Und Uriel ist für die nächsten Jahrzehnte beschäftigt.

Lina: gut so, dann fackelt er mir nicht die Einrichtung ab!